Obwohl es möglich ist,
Vollbereichslautsprecher zu bauen, wäre die Qualität bei niedrigen
Frequenzen noch nicht konkurrenzfähig genug, vergleicht man mit Mitbewerbern
in der DM 7000.- Klasse.
Dieser Herausforderung begegnet
Cyrus, indem die Bassleistung des Flächenstrahlers mit einem herkömmlichem
dynamischen Baßlautsprecher unterstützt wird. In Zusammenarbeit
mit Hersteller Vifa wurde ein Baß-Treiber mit beschichteter Papiermembran
entwickelt, der Erstaunliches leistet, trotz des verhältnismäßig
kleinen 18-Liter Bassreflexgehäuses. Dabei hat man sich an Lautsprechern
wie Cyrus CLS 70 orientiert, wo der Basslautsprecher ebenfalls in einem
ähnlich kleinen Gehäuse arbeitet. Berücksichtigt man dies,
ist die Basswiedergabe beeindruckend kraftvoll und üppig, mit dem
Resultat, daß schnelle Bassläufe dem Mittelhochton in Geschwindigkeit
und Auflösung in Nichts nachstehen.
Diese hybride Kombination wirft ein weiteres Problem auf: während das Panel bis 150Hz herabreicht, fällt seine Schalldruck außergewöhnlich schnell unterhalb dieses Punktes ab, was die Anpassung mit einem Baßtreiber schwierig gestaltet. Auch dafür haben die Ingenieure von Cyrus einen Lösungsansatz, indem die Übergangsfrequenz an einem viel höheren Punkt - genauer gesagt bei 400Hz- einen nahtlosen Übergang schafft. In der Praxis funktioniert dieses hervorragend, der Übergang zwischen den zwei Treibern ist schwer herauszuhören.
Der auffälligste Aspekt der Ikonen ist ihr nahtloser Mitteltonbereich. Weil das Flächenstrahler-Element alles vom unteren Mittelbereich aufwärts umsetzt, produzieren sie eine der schnellsten und klarsten Umsetzungen, die wir im Mittel-Hochtonbereich gehört haben. Für herkömmliche Lautsprecher eine schwierige Aufgabe, weil im Allgemeinen die Übergangsfrequenz zwischen dem Mitteltonbereich und den Hochton um 2-3kHz liegt, ausgerechnet in dem Bereich, wo die Ohren am empfindlichsten sind.
Zugegeben, einige traditionelle Konzepte übertragen aus diesem Grund Stimmen mit einer Spur mehr Körper und Wärme, aber mit den Ikonen sind die Stimmen homogen und zu einem verblüffenden Grade ausdrucksvoll und klar. Diese Eigenschaft macht diese Cyrus Icon großartig für Chorwerke wie Carmina Burana, wo die ansprechende und flüssige Natur des Lautsprechers zum Tragen kommt.
Der Gebrauch der Flächenstrahler vermittelt noch zahlreiche andere Vorteile. Zunächst ist die Klangverteilung weitaus besser als üblich, das bedeutet, daß ein einziger optimaler Hörplatz, wie er für konventionelle Lautsprecher typisch ist, tatsächlich nicht mehr existiert. Das erlaubt mehr als nur einer Person im Raum, ein annehmbares Stereobild zu genießen, während sich die Klangbalance dieser Lautsprecher weit weniger als ist üblich ändert, wenn man ausserhalb ihrer Achse hört. Das unterstützt nicht nur die Stereo-Wirkung, es macht sie auch zum ideale Anwärter für ein Mehrkanal-Surround-System
Was die Raumabbildung anbetrifft
- diesen Kritikpunkt haben wir bei den früheren Exemplaren gehabt
- die Ikonen vermitteln auch hier neue Eindrücke. Zugegeben, es gibt
Lautsprecher wie KEF's Referenzmodelle Three-Two, die eine schärfere
Raumabbildung bieten, aber 1 Meter von der hinteren Wand entfernt und leicht
eingewinkelt ist die Abbildung der Ikonen ziemlich gut, wenn auch Cyrus
eine breitere und offenere Darstellung bevorzugt und deshalb eine parallele
Aufstellung empfiehlt.
In jedem Fall ziehen der
makelose Charakter und die weiträumige Abstrahlung der Lautsprecher
den Hörer in seinen Bann.
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