Fast
alle Verstärker haben eine Gegenkopplung, die das Ausgangssignal mit
dem Eingangssignal vergleicht und die Verzerrungen reduziert.
Als Folge werden die Schwingungen des
Lautsprechers kontrolliert aber auch Störungen aus parallelen Netzleitungen
eingekoppelt.
Dabei spielt die kapazitive Kopplung zwischen
Leitungen eine entscheidende Rolle.
Das Bild zeigt 2 Beispiele für Kondensatoren,
den klassischen Plattenkondensator links, und die Kapazität zwischen
2 Rundleitern rechts. Die Feldlinien sind schematisch grün dargestellt.
Die
Kondensatorelektroden werden nun durch eine hauchdünne leitfähige
Folie (rote Linie) mittig durchtrennt. Die Gesamtkapazität zwischen
den jeweiligen Polen ändert sich prinzipiell nicht, es bilden sich
2 größere Kondensatoren in Reihenschaltung.
Die Kondensatoren können natürlich auch durch verschieden geformte Elektroden realisiert werden, die folgende Betrachtung reduziert vereinfachend auf ein Modell mit runden Leitern gegenüber der Fläche.
entspricht
:
entspricht
:
Dabei spielt der Abstand gegenüber der leitfähigen Folie die wohl entscheidende Rolle, zunächst jedoch nicht die Lage! Die Kapazität bleibt gleich, auch wenn die Elektrode verschoben wird, das gilt für beide Seiten der leitfähigen Folie, also auch, wenn die Seite gewechselt wird.
Nähern
sich die Leiter weiter an, kommt zur Kopplung auf dem Umweg über die
Folie noch die direkte Kopplung hinzu. Die Kapazität nimmt weiter
zu.
Natürlich sind die meisten Kabel
2-adrig, für Hin- und Rückleitung. Beim Netz sind es 230V~
und der Null-Leiter, resultierend 115V~, beim Lautsprecher sind es Ausgangssignal
und Signalmasse, resultierend halbe Signalspannung, überlagert vom
Signalmassepotential gegenüber Erde. Es muß dabei berücksichtigt
werden, daß die Signalmasse oft über Erdpotential liegt, weil
über den Netztransformator aus dem Netz kapazitiv Störungen eingekoppelt
werden. Siehe die seit 25 Jahren bekannte meßtechnische Methode zur
Bestimmung der besseren Netzsteckerposition,
sie spricht Bände.
Die Konsequenz lautet: Netzkabel und Signalkabel
sollen nicht über die Nähe zu einer leitfähigen Fläche
unbewußt verkoppelt werden. Ein schwimmender Estrich reicht schon
aus, um Netzkabel und Lautsprecherleitungen zu verbinden. Die Lösung
des Problems ist sehr preiswert: reichlich Luft im Abstand zwischen Kabeln
und Fläche.
Ob gefaltete Postkarten, Schaumschläuche
aus dem Heizungsrohrisolierbereich oder spezielle Kabellifter, Hauptsache,
es ist die Luft zwischen den elektrischen Leitern, die den Unterschied
macht.
Luft hat hervorragende Eigenschaften,
zudem hat sie praktisch keine dielektrische Absorption.
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