CD- CDR
CD-s und CDR Haltbarkeit
Jazzkantine unbegrenzt haltbar

Einst verkündete die Industrie, die CD haben ein unendliches Leben, damals war sie auch noch völlig unempfindlich gegen Kratzer und Schmutz. Heute wissen wir es besser. Doch wie lange hält eine CD?

Die Horrormeldung stand in der Welt und in der Süddeutschen Zeitung-Milliarden CDs gehen dem sicheren Ende entgegen. Ihre glänzende Aluminiumschicht wird durch eine chemische Reaktion unaufhaltsam durchsichtig. Bei Musikliebhabern oder Computerfreaks ist dieser drohende Verlust weit gehend unbekannt.

Doch Autor Thilo Resenhoeft beliebt zu übertreiben, wenn er behauptet,"wer seine mit viel Geld und Mühe zusammengestellte Musiksammlung erhalten möchte, muss sie auf ein neues Speichermedium umkopieren oder komplett neu kaufen." Auch meint er, die Musikindustrie müsse ihre Kunden vom langsamen aber stetigen Verfall der CI)s warnen. Da wird sogar eine Verbraucherschützerin aus Hamburg zitiert. Doch Edda Costello kann bei der drohenden Musik-Katastrophe nur auf die gesetzliche Gewährleistung von sechs Monaten verweisen. ja sogar die Rechtspflicht, Kunden auf den möglichen CD-Tod hinzuweisen, besteht nicht.

Wie lange hält eine CD? Wir erkundigten uns bei EMTEC, einem der führenden Hersteller für Speicher-Medien jeglicher Art: "Eine verbindliche Aussage zur Lebensdauer einer CD kann grundsätzlich nicht gemacht werden, da diese von einer Reihe von Umständen abhängig ist. Nachstehende Kriterien sind für die Haltbarkeit von CDs allerdings von existenzieller Bedeutung. Zunächst gilt, nicht am falschen Ende zu sparen. Grundsätzlich sollten nur bekannte Markenqualitäten ausgewählt werden, die in der Regel auch für einen hohen Qualitätsstandard stehen.

Eine CD besteht im Wesentlichen aus Polycarbonat mit den eingeprägten Informationen, einer Reflexionsschicht aus Aluminium und einer Schutzlackierung. Geringfügig teurere Markenartikel besitzen im Allgemeinen eine hochwertige "Rundum" Schutzlackierung, die auch ein eventuelles Eindringen von Sauerstoff/Wasser an der schmalen Seite verhindert, Oxidation könnte sonst die AluminiumReflexionsschicht und damit die Lesbarkeit negativ beeinflussen.

Mechanische Verformungen, wie beispielsweise starkes Verbiegen, können bei einer CD die Oberflächenversiegelung beschädigen (Haarriss) und dadurch einer langsamen Zerstörung der Aluminiumschicht Vorschub leisten.

Sonnen- und Halogen-Licht können die optischen Eigenschaften des Polycarbonats zerstören.  Auch produktionsbedingte Verformungen, wie kalter Materialfluss, können die Kunststoffscheibe mechanisch verformen und damit die Lesbarkeit einschränken oder unmöglich machen.

Hitze (Verformung) und auch Kälte (Versiegelung) können, besonders einer ungeschützten CD, schaden. Auch sollten tiefer gehende Kratzer und Beschädigungen auf beiden Seiten der Fläche vermieden werden

Werden alle Punkte sorgsam beachtet, kann aus heutiger Sicht die Lebensdauer einer CD mit etwa 80 Jahren angegeben werden. Man sollte bei dieser Betrachtung allerdings nicht die Weiterentwicklung der Technologien vergessen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Technologien der Lesegeräte eher veraltet sein werden als die CD selbst. Neue Entwicklungen und Formate, mit den dazugehörigen Medien werden sich mit Sicherheit in den nächsten Jahren etablieren und ein etwaiges Umkopieren der CD-Daten nötig machen.

Zu weitaus kürzeren Lebenserwartungen kommt dagegen Professor Henning Hopf, geschäftsführender Leiter des Institutes für organische Chemie der Technischen Universität Braunschweig. Er schätzt die Haltbarkeit von CDs auf etwa 25 bis 30 Jahre. Den Grund glaubt Rainer Vesper, Ingenieur bei der Bayer AG in Leverkusen, die keine CDs oder ähnliche Speichermedien herstellt, zu kennen, "Unter der bedruckten Oberseite einer CD kommt eine Schicht aus Klarlack, gefolgt von einer dünnen Schicht aus Aluminium. Unterhalb dieses feinen MetalIfilms liegt der durchsichtige Kunststoff Polycarbonat, der in Form kleiner Vertiefungen die Informationen speichert. Der Laserstrahl tastet diese ab und gibt sie wieder. Das Aluminium reflektiert dabei den Laserstrahl. An das Metall können Sauerstoff- und Wassermoleküle gelangen. Damit reagiert das Aluminiun über Jahre hinweg zur durchsichtigen Verbindung Aluminiumhydroxid. Zwar bleiben die Vertiefungen in der Polycarbonatschicht erhalten, doch der Laserstrahl wird nicht mehr reflektiert, der Datenträger mithin unlesbar."

Damit könnte er Recht haben, denn es gibt heute gerade im CD-R und CD-RW Segment Billigstangebote, deren empfindliche Schwachstelle der seitliche Rand ist. Hier fehlt eine Lackversiegelung und es ist durchaus möglich, dass hier Sauerstoff und auch Wassermoleküle zwischen die Schichte eindringen können.
Trotzdem ist Ingo Kolasia, Leiter des Deutsche Musikarchivs in Berlin, vorsichtig. Seit 1973 (gemeint ist wohl 1983) wird jeweils ein Exemplar jeder in Deutschland erscheinenden CD in diesem Archiv gesammelt: Aktueller Bestand mehr als 250 000 Silberscheiben. "Internationale Musikarchivare gehen zurzeit davon aus, dass eine CD etwa 50 Jahre hält." Aber er ist schon von Berufs wegen skeptisch, wer kann heute schon sagen, welche Probleme wir zu späteren Zeiten bekommen werden ?" Seine Favoriten sind noch immer Schellackplatten: "Die halten vermutlich ewig, wenn man sie nicht zerbricht.`

Weiterführende Information unter http://www.ee.washington.edu/conselec/CE/kuhn/otherformats/95x9.htm

http://www.mam-a.com/products/gold/archive.html gibt für neue CDRs bis 300 Jahre an
Phtalocyanin/Gold (Rohling schimmert gold) und Azo/Silber (schimmert dunkelblau )werden heute als 100 Jahre haltbar angesehen.
Cyanin/Silber (schimmert bläulich) und Cyanin/Gold  (schimmert grün) halten 10-15 Jahre
 
 
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